Lavendelöl
Identität
- Deutscher Name
- Lavendelöl
- Wissenschaftlicher Name
- Lavandula angustifolia
- Familie
- Lamiaceae
- Verwendeter Teil
- Blüten, Wasserdampfdestillation
- Kategorie
- Ätherische Öle
Charakteristische Inhaltsstoffe
| Substanz | Anteil | Anmerkung |
|---|---|---|
| Linalylacetat | 25-46 % | |
| Linalool | 23-45 % | |
| 1,8-Cineol | ca. 1,5 % | |
| Campher | 1-2 % |
Quelle: Białoń M et al. (2019) Molecules 24(18):3270 DOI: 10.3390/molecules24183270
Studienlage
Die folgende Gliederung trennt nach Evidenzstufe. Leere Stufen bedeuten, dass in der Recherche keine Arbeiten gefunden wurden.
Humanstudien
Keine Studien gefunden.
Tierstudien
erkrankte Haut (experimentell)
Modell: Maus (BALB/c), Imiquimod-Psoriasismodell
Intervention: Linalool und Linalylacetat 1:1, 2 %
Ergebnis: Synergistische Senkung der PASI- und CosCam-Scores um etwa 76 % bzw. 71 %.
Rai VK et al. (2022) Frontiers in Pharmacology 13:913174 DOI: 10.3389/fphar.2022.913174
verletzte Haut
Modell: Ratte, Vollhautwunden
Ergebnis: Beschleunigte Granulationsgewebsbildung, erhöhte Kollagen-I/III- und TGF-β-Expression, schnellere Wundkontraktion.
Mori H-M et al. (2016) BMC Complementary and Alternative Medicine 16:144 DOI: 10.1186/s12906-016-1128-7
In-vitro-Studien
System: HaCaT-Keratinozyten, Modell der atopischen Dermatitis
Ergebnis: Lavendelöl und Linalylacetat hemmten die AhR-Aktivierung konzentrationsabhängig (IC50 etwa 0,012 %).
Sato S et al. (2024) PLoS One 19(1):e0296408 DOI: 10.1371/journal.pone.0296408
Reviews und Metaanalysen
Keine Studien gefunden.
Belastbare klinische Hautstudien fehlen weitgehend. Die verbreitete Anwendung stützt sich überwiegend auf Aromatherapie und Inhalation, was ausdrücklich nicht hautbezogen ist und hier nicht als Beleg gewertet wird.
Sicherheitsaspekte
Anhang-III-Allergene
- Linalool
- Limonene
- Geraniol (Spuren)
Sensibilisierung
Oxidiertes Linalool ist ein häufiges Kontaktallergen. Die Autoxidation von Linalylacetat erhöht die Sensibilisierungspotenz erheblich (EC3 von 25 % auf 3,6 %). In einer Testserie reagierten 2,8 % der untersuchten Patienten positiv auf oxidiertes Lavendelöl.
Phototoxizität
Keine relevanten Furocumarine; nicht phototoxisch.
Quellen Sicherheit:
- Sköld M et al. (2008) Contact Dermatitis 58:9-14
- Bråred Christensson J et al. (2012) Contact Dermatitis 67:247-259
- Hagvall L et al. (2016) Acta Dermato-Venereologica 96:679-683
Frische Ware und Antioxidantien in der Rezeptur verringern das Risiko.
Wo die Beleglage dünn ist
Zur Haut überwiegend präklinische Daten. Keine Daten zur Langzeitanwendung niedriger Konzentrationen auf gesunder Haut oder in Rinse-off-Produkten. Die Sicherheitsdatenlage ist dagegen gut.
In diesen Seifen enthalten
Redaktioneller Nachschlagebereich, strikt getrennt von den Produktseiten. Rein sachliche Darstellung des Untersuchungsstands. Keine Wirkversprechen im Sinne der VO (EG) 1223/2009 und der Claims-VO (EU) 655/2013.