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Milchsäure (Lactic Acid)

Identität

Deutscher Name
Milchsäure (Lactic Acid)
Verwendeter Teil
Alpha-Hydroxysaeure; historisch aus Milch gewonnen, heute ueberwiegend fermentativ oder synthetisch hergestellt
Kategorie
Einzelbestandteile und übergreifende Themen

Charakteristische Inhaltsstoffe

Die Wirkung ist von der Herkunft unabhaengig. Entscheidend ist, ob die Substanz als freie Saeure bei niedrigem pH vorliegt oder als Lactat-Salz.

Studienlage

Die folgende Gliederung trennt nach Evidenzstufe. Leere Stufen bedeuten, dass in der Recherche keine Arbeiten gefunden wurden.

Humanstudien

gesunde Haut mit Pigmentstoerung (periorbitale Melanose)

Typ: randomisiert, kontrolliert

Population: 90

Dauer: 12 Wochen

Intervention: 15 % Milchsaeure-Peeling vs. 20 % Glycolsaeure vs. 20 % Vitamin C

Ergebnis: Eine Verbesserung um ueber 50 % erreichten 56,7 % unter Milchsaeure, 73,3 % unter Glycolsaeure und 26,7 % unter Vitamin C. Nebenwirkungen traten unter Glycolsaeure haeufiger auf.

Quellenangabe wird derzeit geprüft

erkrankte Haut (Keratosis pilaris)

Typ: randomisiert, Halbseitenvergleich

Dauer: 12 Wochen

Intervention: 10 % Milchsaeure-Creme vs. 5 % Salicylsaeure-Creme, zweimal taeglich

Ergebnis: Laesionsreduktion um 66 % unter Milchsaeure gegenueber 52 % unter Salicylsaeure; Hydratation stieg beidseits, TEWL unveraendert, Irritation mild.

Quellenangabe wird derzeit geprüft

erkrankte Haut (xerotisches Ekzem)

Typ: randomisiert, doppelblind, Halbseitenvergleich

Dauer: 14 Tage

Intervention: milchsaeurehaltige Emollients mit Mandeloel, mit und ohne Polidocanol

Ergebnis: Juckreiz sank um ueber 60 %, Hydratation und Hautlipidgehalt stiegen signifikant.

Quellenangabe wird derzeit geprüft

Tierstudien

Keine Studien gefunden.

In-vitro-Studien

Keine Studien gefunden.

Reviews und Metaanalysen

Keine Studien gefunden.

Alle drei Studien betreffen LEAVE-ON-Praeparate mit hoher Konzentration und saurem pH. Keine davon untersucht Milchsaeure in einem Rinse-off-Produkt.

Sicherheitsaspekte

Anhang-III-Allergene

Keine deklarationspflichtigen Duftstoffallergene.

Sensibilisierung

In den genannten Studien ueberwiegend milde lokale Irritation wie Brennen und Erythem; Glycolsaeure irritierte staerker als Milchsaeure. Schwere Nebenwirkungen oder Sensibilisierung wurden nicht berichtet. In hoeherer Konzentration ist Milchsaeure als AHA klar irritativ.

Phototoxizität

Nicht phototoxisch. AHA erhoehen jedoch bekanntermassen die UV-Empfindlichkeit der Haut.

Wo die Beleglage dünn ist

Belegt ist die keratolytische und feuchtigkeitserhoehende Wirkung freier Milchsaeure in sauren Leave-on-Formulierungen. Diese Evidenz laesst sich NICHT auf Milchseifen uebertragen: dort liegt bei pH ueber 11 das Lactat-Salz vor, nicht die freie Saeure, die Konzentration ist um Groessenordnungen niedriger und die Kontaktzeit betraegt Sekunden statt Stunden. Die Wirkung ergibt sich ausserdem aus der AHA-Chemie und nicht daraus, dass die Substanz aus Milch stammt.

Redaktioneller Nachschlagebereich, strikt getrennt von den Produktseiten. Rein sachliche Darstellung des Untersuchungsstands. Keine Wirkversprechen im Sinne der VO (EG) 1223/2009 und der Claims-VO (EU) 655/2013.