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Teebaumöl

Identität

Deutscher Name
Teebaumöl
Wissenschaftlicher Name
Melaleuca alternifolia
Familie
Myrtaceae
Verwendeter Teil
Blätter, Wasserdampfdestillation
Kategorie
Ätherische Öle

Charakteristische Inhaltsstoffe

SubstanzAnteilAnmerkung
Terpinen-4-ol35-48 %ISO 4730
γ-Terpinen
α-Terpinen
1,8-Cineol
p-Cymen

Über 100 Komponenten; Monoterpene gesamt 80-90 %.

Studienlage

Die folgende Gliederung trennt nach Evidenzstufe. Leere Stufen bedeuten, dass in der Recherche keine Arbeiten gefunden wurden.

Humanstudien

erkrankte Haut (Akne vulgaris, leicht bis mittelschwer)

Typ: randomisiert, einfachblind, aktiv-kontrolliert

Population: 124

Intervention: 5 % Teebaumöl-Gel vs. 5 % Benzoylperoxid-Lotion

Ergebnis: Beide reduzierten entzündliche und nicht-entzündliche Läsionen. Teebaumöl wirkte langsamer, verursachte aber deutlich weniger Nebenwirkungen (44 % vs. 79 %).

Bassett IB, Pannowitz DL, Barnetson RSC (1990) Medical Journal of Australia 153(8):455-458 DOI: 10.5694/j.1326-5377.1990.tb126150.x

erkrankte Haut (Akne vulgaris, leicht bis mittelschwer)

Typ: randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert

Population: 60

Dauer: 45 Tage

Intervention: 5 % Teebaumöl-Gel vs. Placebo-Gel

Ergebnis: Signifikante Senkung der Gesamtläsionszahl und des Acne Severity Index gegenüber Placebo.

Enshaieh S et al. (2007) Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology DOI: 10.4103/0378-6323.30646

Tierstudien

Modell: Ratte (vaginal, nicht hautbezogen)

Ergebnis: Terpinen-4-ol wirksam gegen Candida-Spezies.

Einschränkung: Kein Hautmodell; für die Hautanwendung nicht übertragbar.

Mondello F et al. (2006) BMC Infectious Diseases 6:158

In-vitro-Studien

System: Bakterienkulturen, LPS-stimulierte Monozyten

Ergebnis: Antibakterielle Wirkung gegen Cutibacterium acnes und S. aureus (MIC unter 0,5 %); Terpinen-4-ol hemmt TNF-α und IL-1β.

Quellenangabe wird derzeit geprüft

Reviews und Metaanalysen

Typ: Systematischer Review randomisierter Studien

Ergebnis: 46 ausgewertete Arbeiten. Die Evidenz für Akne wird als begrenzt eingestuft, weitere Studien werden als nötig bezeichnet.

Kairey L et al. (2023) Frontiers in Pharmacology 14:1116077 DOI: 10.3389/fphar.2023.1116077

Sicherheitsaspekte

Anhang-III-Allergene

  • Limonene
  • Linalool

Sensibilisierung

Mäßiger Sensibilisierer. Die Allergenität nimmt durch Autoxidation deutlich zu (u. a. Ascaridol).

Phototoxizität

Nicht phototoxisch.

Quellen Sicherheit:

  • de Groot AC, Schmidt E (2015) Contact Dermatitis 73:381-386 DOI: 10.1111/cod.12450

Nicht zur oralen Einnahme. Branchenüblich wird die Einsatzkonzentration auf etwa 1 % begrenzt.

Wo die Beleglage dünn ist

Die Belege betreffen 5-prozentige Leave-on-Gele bei Akne. Für niedrige Einsatzkonzentrationen in Rinse-off-Produkten wie Seife liegen keine Studien vor.

Redaktioneller Nachschlagebereich, strikt getrennt von den Produktseiten. Rein sachliche Darstellung des Untersuchungsstands. Keine Wirkversprechen im Sinne der VO (EG) 1223/2009 und der Claims-VO (EU) 655/2013.