Ziegenmilch
Identität
- Deutscher Name
- Ziegenmilch
- Wissenschaftlicher Name
- Capra aegagrus hircus, Lac
- Verwendeter Teil
- Rohmilch, Frischmilch oder Trockenpulver
- Kategorie
- Tierische Erzeugnisse
Charakteristische Inhaltsstoffe
| Substanz | Anteil | Anmerkung |
|---|---|---|
| Caseine | alpha-S1-, alpha-S2-, beta- und kappa-Casein; der alpha-S1-Casein-Anteil ist niedriger als in Kuhmilch | |
| Molkenproteine | alpha-Lactalbumin, beta-Lactoglobulin | |
| Milchfett | kleinere Fettkuegelchen als in Kuhmilch | |
| Lactose |
Die Proteine der Ziegenmilch weisen eine hohe Strukturhomologie zu denen der Kuhmilch auf. In der Seifenherstellung wird die Milch vor oder waehrend der Verseifung zugegeben; wie viel intaktes Protein die alkalische Verseifung uebersteht, ist nicht systematisch untersucht.
Studienlage
In der Recherche wurden auf keiner Evidenzstufe hautbezogene Studien gefunden.
- Humanstudien
- Tierstudien
- In-vitro-Studien
- Reviews und Metaanalysen
Es wurden keine kontrollierten Studien zur topischen Anwendung von Ziegenmilch oder Ziegenmilchseife an der Haut gefunden. Vorhandene randomisierte Studien betreffen ausschliesslich die ORALE Ernaehrung von Saeuglingen mit Ziegenmilchnahrung und sind damit nicht hautbezogen; in der groessten dieser Studien (GIraFFE, 2132 Saeuglinge, Clinical Nutrition 2026) war der primaere Endpunkt zur atopischen Dermatitis ohne Unterschied zur Kuhmilchnahrung, die Studie wurde von einem Ziegenmilchunternehmen finanziert. Eine Uebertragung solcher Ernaehrungsdaten auf eine Seife ist sachlich nicht zulaessig.
Sicherheitsaspekte
Anhang-III-Allergene
Keine deklarationspflichtigen Duftstoffallergene.
Sensibilisierung
Dokumentiert ist eine epikutane Sensibilisierung: bei Personen mit vorbestehender entzuendlicher Hauterkrankung kann die Anwendung ziegenmilchhaltiger Hautprodukte zu einer neu auftretenden, IgE-vermittelten Ziegenmilch-Allergie fuehren, die sich anschliessend beim Verzehr von Ziegenmilchprodukten als schwere Reaktion bis hin zur Anaphylaxie aeussert. Eine gestoerte Hautbarriere gilt dabei als beguenstigender Faktor. Kreuzsensibilisierung gegen Schafmilch und weitere Saeugetiermilchproteine ist beschrieben.
Phototoxizität
Nicht phototoxisch.
Quellen Sicherheit:
- Quellenangabe wird derzeit geprüft
- De Luca JF et al. (2017) „P31: Goat's milk allergy associated with the use of goat's milk skin products in inflammatory skin conditions“ Internal Medicine Journal DOI: 10.1111/imj.31_13578 [Kongressabstract, fuenf Patienten]
- Fallbericht Haushalt (2021) „Goat's milk allergy in a family following household sensitization to goat's milk soap“ Allergy, Asthma and Immunology Research PMID: 34007823 [Betrifft ausdruecklich SEIFE, nicht Creme: mehrere Mitglieder eines Haushalts mit vorbestehender atopischer Dermatitis nach Nutzung einer als fuer empfindliche Haut beworbenen Ziegenmilchseife]
- Quellenangabe wird derzeit geprüft
Die Autoren der genannten Arbeiten raten Personen mit entzuendlichen Hauterkrankungen ausdruecklich von lebensmittelbasierten Hautpflegeprodukten ab und weisen auf die Vermarktung solcher Produkte an Menschen mit empfindlicher Haut hin. Fuer Haut ohne Barrierestoerung liegt kein vergleichbarer Befund vor; die Datenlage besteht aus Fallserien und Fallberichten, nicht aus Kohortenstudien, sodass sich keine Haeufigkeit angeben laesst.
Wo die Beleglage dünn ist
Fuer einen Nutzen an der Haut wurde keine einzige kontrollierte Studie gefunden. Die einzige belastbare hautbezogene Literatur betrifft ein Sicherheitssignal, naemlich die Sensibilisierung ueber geschaedigte Haut. Damit ist Ziegenmilch der Rohstoff mit der groessten Diskrepanz zwischen Verbreitung in der Vermarktung und tatsaechlicher Studienlage. Eine unabhaengige Zweitrecherche kam zum selben Ergebnis: keine kontrollierte Humanstudie zu Ziegenmilchseife, waehrend das Sensibilisierungsrisiko als einer der am besten belegten Sicherheitsaspekte dieses Rohstofffeldes gilt. Siehe milchproteine-in-seifen zur Verseifungschemie.
In diesen Seifen enthalten
Redaktioneller Nachschlagebereich, strikt getrennt von den Produktseiten. Rein sachliche Darstellung des Untersuchungsstands. Keine Wirkversprechen im Sinne der VO (EG) 1223/2009 und der Claims-VO (EU) 655/2013.